Das Gras auf der anderen Wiese ist immer grüner?
Im Urlaub und auf Reisen fällt es uns überraschend leicht, neue Dinge anzugehen: Bisher Unbekanntes gilt es zu erkunden und ungeheuerlichen Entdeckungen nachzuspüren. Dieser von Abenteuerlust geschwängerte Geist ist wohl überhaupt erst Bedingung dafür, zunächst fremdartig scheinende Kulturkreise individuell und auf eigene Faust erschließen zu wollen. Den Masterplan sowie eingefahrene Rollen- und Bewegungsmuster verlassen wir leichtfüßig und gerne auf unserem Weg aus dem Alltagstrott.
Wie die Zeit verfliegt
Dem Hotelbett vielleicht erst entstiegen, genießen wir unseren Kaffee bereits in der Bahn nach Nirgendwo, erfreuen uns mittags an einer Garküche am Wegesrand und genießen exotische Sonnenuntergangssnacks an entlegenen Stränden im Palmenrausch. Das Schicksal umarmend lustwandeln wir so den ganz großen Glücksmomenten entgegen, deren unbeschwerte Leichtigkeit wir in vollen, selbst überfüllten Zügen genießen. Unser Gefühlsbarometer steigt beim Urlaubsflirt ungebremst gen Unendlichkeit, weil wir ganz einfach und endlich mal alle Erwartungen beiseite schieben. Wie Sie auch zu Hause nach den Sternen greifen?
Liebe geht durch den Magen
Über Geschmack ließe sich nicht streiten, heißt es in einer dieser Volksweisheiten, deren alltäglicher Widerspruch immer dort zutage tritt, wo es einer mit Leidenschaft und Herzblut eben doch wagt und gewinnt. Was sich bei zügelloser Ferienschwärmerei noch hinter rosaroten Sonnenbrillenplastikgläsern verborgen hält, taugt nämlich in den eigenen vier Wänden zur vortrefflichen Gesprächsvorlage, um den potentiellen Partner bei einem Blind Date auf versteckte Marotten und hinreißende Heimlichpeinlich-Vorlieben hin abzuklopfen. Aufregende Menükreationen bedürfen derweil der Teamarbeit und was funktioniert oder was wir hinterher lieber stillschweigend unter den Tisch kehren, wird maßgeblich dafür, sich beim romantischen Kerzenschein ebenso verliebt in die Augen schauen zu können, wie im unbestechlichen Tageslicht der Routine.
Können wir jetzt zur Sache kommen?
Wo wir in sonniger Ferne gar keine Schatten erkennen können, erstarren wir daheim womöglich zur Salzsäule, um bloß nicht aus der Rolle zu fallen. Hier ist man wer, hier hat man was, Adel verpflichtet, blablabla. Alles Ausflüchte und das wissen wir auch. Gerade gekonnte Provokationen, voller Selbstironie und auf ein Lächeln abzielend, gehören zu den unangefochtenen Top Ten der flirtqualifizierten Klimper- und Klapperkiste. Nicht ohne Grund, denn durch genau solche zartfühlend inszenierten Brüche herkömmlicher Kommunikationsstrukturen halten Sie in der Rolle des gemäßigten Hofnarren eine Türöffner-Funktion inne: Unvorhergesehene Gesprächsverläufe brechen das Eis und fordern auf interessante und spritzige Art und Weise dazu auf, die Masken fallen zu lassen – solange das Maß stimmt. Diese kunstvolle Volte zwischenmenschlicher Kommunikation bedarf zumindest eines gewissen Taktgefühls.
